Wahlperioden durchlaufen

eine Wahlperiode

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Rang

1580

Dauer Mitgliedschaft

8 Jahre, 2 Tage

Alter beim Eintritt

59

Bekommen

2006-08

Externe Verweise

Wikipedia

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RANG

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Letzte Aktualisierung dieser Seite

02. November 2008

Eintrag aus der Deutschen Wikipedia

Hierbei handelt es sich um einen Auszug, abgerufen im September 2008. Die Inhalte können heute schon anders aussehen.

Fritz Sänger (* 24. Dezember 1901 in Stettin; † 30. Juli 1984 in München) war ein deutscher Journalist und Politiker (SPD). Er ist der Namensgeber für den Fritz-Sänger-Preis für mutigen Journalismus.

Biografie

Fritz Sänger wurde Heiligabend 1901 in Stettin geboren. Sein Vater, ein Großhandelskaufmann, starb bereits im Herbst 1908; die Mutter konnte ihre drei Kinder von da an nur mühsam ernähren. Als Schüler einer Mittelschule (für eine Höhere Schule fehlte das Geld) bestand er im Kriegswinter 1918 das Freiwilligen-Examen, welches ihn zum Wehrdienst als Einjährigen und einem anschließenden Lehrerseminar berechtigte. Dieses absolvierte er ein Jahr später im damaligen Pyritz (heute Pyrzyce) in Pommern, machte dann sein Abitur nach und legte im September 1921 die Lehrerprüfung ab.

Er entschied sich jedoch bereits zu diesem Zeitpunkt, nicht Lehrer, sondern Journalist zu werden, und volontierte bis Ende 1922 beim General-Anzeiger für Stettin und die Provinz Pommern. Schon als Seminarist hatte er zuvor die Zeitschrift für angehende Lehrer Der Ruf geleitet, welche der Preußische Lehrerverein herausgab.

In dieser Zeit knüpfte er auch die ersten Kontakte zur SPD, aber auch zu Politikern anderer Parteien (u.a. zu Ernst Lemmer, damals Reichstagsabgeordneter der Deutschen Demokratischen Partei - nach dem Kriege CDU-Abgeordneter im Deutschen Bundestag) und wird im Dezember 1922 als Abgesandter des Preußischen Lehrervereins zum Deutschen Beamtenbund nach Berlin geschickt. Dort stößt er jedoch mit seinen fortschrittlichen Ideen nur auf Widerstand: Die Reichsschulkonferenz war vom Wesen her eher konservativ geprägt. Es blieb ihm ab 1927 nur noch die Funktion eines leitenden Redakteurs in der Preußischen Lehrerzeitung, bis man ihm auch dort 18. April 1933 fristlos kündigte.

Mit der nationalsozialistischen Machtergreifung begannen auch für den überzeugten Sozialdemokraten Fritz Sänger schwere Zeiten. Bis 1935 konnte er noch seinen Lebensunterhalt als Stenograf bestreiten. Er war schon fast mittellos, als ihm eine Anstellung in der Berliner Redaktion der angesehenen Frankfurter Zeitung angeboten wurde. Die Nazis glaubten anfangs, diese auch im Ausland renommierte Tageszeitung in ihre Propaganda-Maschinerie einbinden zu können, was jedoch nicht erreicht wurde. Dort arbeitete er bis zu deren Verbot im August 1943 und konnte gleich im Anschluss daran durch Vermittlung seines Freundes und damaligen Chefredakteurs Dr. Otto Haecker zur Berliner Redaktion des Neuen Wiener Tagblatts wechseln. Er nahm in dieser Zeit nicht nur Kontakt zu Widerstandskreisen auf (z.B. zu dem 1945 in Berlin-Plötzensee hingerichteten Julius Leber), sondern half auch vielen Juden und Regimegegnern, indem er sie versteckte oder ihre Flucht organisierte.

Seine mutige Haltung in der NS-Zeit bewirkte nach Kriegsende, dass die britische Besatzungsmacht ihm, als ‚unbelastet‘ eingestuft, die Wiederaufnahme politischer und journalistischer Betätigungen erlaubte. Er wurde Chefredakteur der Braunschweiger Zeitung und 1946 Mitglied des Niedersächsischen Landtags. Seinen journalistischen Höhepunkt erlebte Fritz Sänger dann zwischen 1949 und 1955 als Geschäftsführer, bis 1959 als Chefredakteur der Deutschen Presse-Agentur (dpa). 1959, nachdem Erich Ollenhauer ihn in die Redaktionskommission des SPD-Parteivorstandes berufen hatte, widmete Fritz Sänger seine ganze Kraft der Ausarbeitung und Redigierung des Godesberger Programms, später dann dem Wahlkampf des Parteivorsitzenden Willy Brandt (1961).

Im Anschluss daran wurde er über die schleswig-holsteinische Landesliste der SPD für zwei Legislaturperioden als Abgeordneter in den Deutschen Bundestag gewählt. In seiner Ausschusstätigkeit als MdB konzentrierte er sich vor allem auf die Medienpolitik und das Presserechtswesen.

Am 26. Juni 1969 wurde Fritz Sänger mit dem Großen Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Fritz Sänger bekleidete bis ins hohe Alter viele Ehrenämter und Positionen. Er war unter anderem Mitglied des Deutschen Presserats und Kuratoriumsvorsitzender der "Stiftung 20. Juli 1944". Als Mitglied des Beirats der Humanistischen Union setzte er sich für den Schutz und die Durchsetzung der Menschenrechte ein. Im Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung lagert sein umfangreicher schriftlicher Nachlass: 11,2 lfd. Meter.

Thematische Schwerpunkte in diesem Fundus zur deutschen Nachkriegsgeschichte sind die Presse- und Medienpolitik der Bundesrepublik sowie ausführliche Materialien zum Godesberger Programm der SPD, an dessen Formulierung er maßgeblich beteiligt war.

Fritz Sänger starb am 30. Juli 1984 in München.