Wahlperioden durchlaufen

eine Wahlperiode

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Rang

2850

Dauer Mitgliedschaft

3 Jahre, 45 Tage

Alter beim Eintritt

52

Bekommen

Externe Verweise

Wikipedia

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RANG

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Letzte Aktualisierung dieser Seite

02. November 2008

Eintrag aus der Deutschen Wikipedia

Hierbei handelt es sich um einen Auszug, abgerufen im September 2008. Die Inhalte können heute schon anders aussehen.

Bernardus "Bernard" Povel (* 28. August 1897 in Amsterdam; † 21. Oktober 1952 in München) war ein deutscher Politiker (CDU) und Industrieller.

Herkunft und Beruf

Der Vater Povels war als katholisch-welfischer Preußengegner kurz vor der Einberufung zur preußischen Armee nach Amsterdam ausgewichen. Ben Povel besuchte bis 1910 die katholische Volksschule in Heemstede bei Haarlem, wohin die Familie 1904 gezogen war. 1907 erhielt Povel die niederländische Staatsbürgerschaft. Da das Familienunternehmen, eine führende Textilfabrik in Nordhorn, stark expandierte, sollte sein Vater zurückkehren und in die Geschäftsleitung einsteigen. Seine beantragte Wiedereinbürgerung wurde wegen des nicht abgeleisteten Militärdiensts zunächst verworfen, doch nach einem Bittgesuch der niederländischen Mutter an Kaiser Wilhelm II. stattgegeben. So zog die Familie 1908 nach Nordhorn, wo Ben Povel bis 1910 kurz die Volksschule, dann die Rektorschule besuchte. Er wechselte sodann, da es in der Grafschaft Bentheim keine Möglichkeit gab, das Abitur zu machen, auf eine Münsteraner Schule. Povel meldete sich als Kriegsfreiwilliger, wodurch er seine niederländische Staatsbürgerschaft verlor, und machte 1915 ein Notabitur. Bis 1918 nahm er am Ersten Weltkrieg teil.

Nach dem Kriegsende studierte er Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und promovierte an der Universität zu Köln zum Dr. rer. pol. Dort wurde er 1919 Mitglied der K.D.St.V. Rappoltstein im CV. 1922 trat er in das weiterhin stark expandierende Familienunternehmen ein und wurde 1923 Teilhaber der Kommanditgesellschaft Povel in Nordhorn. Das Unternehmen besaß im August 1927 insgesamt 1513 Beschäftigte und war zweitgrößtes Textilunternehmen der Stadt, einem Zentrum der deutschen Textilindustrie.

Povel interessierte sich sehr für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Theologie und Geschichte. Dafür baute er sich eine beachtliche Bibliothek auf. Politisch unterstützte er bis 1933 die katholische Zentrumspartei. 1933 trat er dem Stahlhelm bei, dessen Führer Friedrich Illies Leiter einer konservativen Widerstandsgruppe war. Bei der Zwangsüberführung in die SA 1935 trat er aus der SA aus. 1939 bis 1942 war Povel eingezogen und nahm - auf eigenen Wunsch unbewaffnet - hauptsächlich als Dolmetscher am Krieg teil, zunächst in den Niederlanden, später in Belgien und Frankreich. Er trug mit dazu bei, dass die Nordhorner Textilindustrie unbeschadet den Einmarsch der Alliierten 1945 überstand und nicht - wie angeordnet - vor dem deutschen Rückzug zerstört wurde. Während der NS-Zeit ermöglichte Ben Povel einigen ihm bekannten jüdischen Mitarbeitern und Geschäftsfreunden, so Carl Joel, Franz und Rose Laqueur, William Aleksandrowicz, Walter Salomonson, Rudolf Harburger und H. Grabowski, die Flucht aus Deutschland, z.T. sogar, indem er selbst als wohlbekannter Fabrikant sie über die niederländische Grenze chauffierte in der Hoffnung, nicht kontrolliert zu werden.

Politisches Wirken

Die Briten beriefen den Unternehmer 1945 in den ersten ernannten Grafschafter Kreistag, den er dann wieder ab 1948 angehörte. Zugleich betätigte sich Povel von 1946 bis 1948 im Nordhorner Stadtrat. Seine Firma nahm rasch die Produktion wieder auf und beschäftigte zu Beginn der 1950-er Jahre gut 2200 Mitarbeiter. Povel gehörte 1946 zu den Mitbegründern der CDU in der Grafschaft Bentheim und war 1949 bis 1950 ihr Kreisvorsitzender. Der Fabrikant gab viel Geld für den Ausbau der CDU-Organisation in der Region Osnabrück/Emsland. 1948 nahm er am CDU-Parteitag in Hannover teil. Bei der Wahl zum ersten Bundestag 1949 gewann Povel das Mandat des Wahlkreises Emsland. Im Bundestag setzte er sich tatkräftig für die Erschließung des lange vernachlässigten Emslandes ein. Er gründete dazu ein Sekretariat Emsland, das er aus eigener Tasche finanzierte. Zugleich engagierte er sich in der Zurückweisung von niederländischen Gebietsforderungen, die wesentlich mit dazu beitrugen, dass der Bundestag schließlich im Mai 1950 den Emslandplan verabschiedete.

Weiterhin setzte er sich sehr für das Betriebsverfassungsgesetz ein, von dem der katholische Unternehmer wesentliche Teile bereits 1947 in seinem Betrieb eingeführt hatte.

Werke

Einige Zeitungsartikel zur Nordhorner Textilgeschichte.