Wahlperioden durchlaufen

eine Wahlperiode

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Rang

2935

Dauer Mitgliedschaft

2 Jahre, 195 Tage

Alter beim Eintritt

50

Bekommen

2004-08, 2004-10

Externe Verweise

Wikipedia

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RANG

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Letzte Aktualisierung dieser Seite

02. November 2008

Eintrag aus der Deutschen Wikipedia

Hierbei handelt es sich um einen Auszug, abgerufen im September 2008. Die Inhalte können heute schon anders aussehen.

Gerhard Kienbaum (* 12. Oktober 1919 in Wuppertal, † 24. Februar 1998 in Köln) war Deutschlands erster Unternehmensberater. Zudem war er in der Politik auf kommunaler, Landes- und Bundesebene tätig (FDP, CDU). Kienbaum wurde während des Zweiten Weltkriegs in der Marine zum Ingenieur-Offizier ausgebildet und studierte Maschinen- und Kriegsschiffbau an der Technischen Hochschule Danzig.

Kienbaum als Kind und Jugendlicher

Am 12. Oktober 1919 wurde Gerhard Kienbaum in Wuppertal-Barmen als Kind von Walter und Frieda Bertha (geb. Kämpfer) geboren. Walter Kienbaum erhielt von seiner damaligen Firma, einer Wuppertaler Bandweberei, das Angebot, in Brasilien eine Dependance zu errichten, und nahm es an. Wie viele Deutsche brachen Gerhard und Frieda Bertha mit dem damals vierjährigen Gerhard und dem zweijährigen Bruder Horst ins Ausland auf. Weil Horst an Malaria erkrankte und sich die Erledigungen der Einreiseformalitäten in die Länge zogen, konnte Walter Kienbaum seinen Job nicht rechtzeitig antreten. Die Familie beschloss, nach Deutschland zurückzukehren, und zog in das Elternhaus von Walter nach Gummersbach. 1926 wurde Gerhard Kienbaum in die evangelische Volksschule eingeschult. Als guter Schüler entdeckte er bald seine Sympathie für die Fächer Geschichte, Mathematik und Erdkunde. 1930 wechselte er auf die Oberrealschule. Als Jugendlicher widmete Kienbaum dem Sport viel Zeit: Neben dem traditionellen Mannschaftssportarten betrieb er diverse Leichtathletik-Disziplinen. Beim Radfahren versuchte er sein Fernweh zu stillen. "Ich war neugierig auf andere Regionen und fremde Gegenden, ich wollte unbekannte Menschen und auswärtige Kulturen kennenlernen", schreibt Kienbaum in seiner Autobiografie. Nach dem Abitur wurde Kienbaum zum Reichsarbeitsdienst eingezogen. (Quelle: Buch "Am Anfang war der Rat")

Kienbaum als Kadett und Studierender

Weil Kienbaum eine Ingenieurlaufbahn einschlagen wollte, das Geld seiner Eltern für ein Studium jedoch nicht reichte, bewarb er sich für eine Baubeamtenlaufbahn. Am 1. Oktober 1938 trat er seinen Dienst in der Marine an, im Februar 1939 wurde er nach Flensburg an die Marineschule in Mürwik verlegt. Anschließend ging es für den jungen Kadetten mit dem Schulschiff "Schleswig-Holstein" zur See. Am 1. September 1939 befand sich Gerhard Kienbaum auf der "Schleswig-Holstein", als sie mit ihren Schüssen auf die polnische Westerplatte in Danzig den Zweiten Weltkrieg eröffnete. Im Oktober begann er an der Technischen Hochschule Danzig sein Ingenieurstudium. Schon damals handelte Kienbaum in die Rolle eines Geschäftsmannes, knüpfte vielerorts Kontakte und präsentierte kleinere Erfindungen. Nach dem Studium arbeitete Kienbaum hauptamtlich als Assistent am Lehrstuhl für Werkzeugmaschinenbau und für Betriebswirtschaft an der Technischen Hochschule Danzig. Zu Kriegszeiten lernte er Lore Schwarzer kennen, die im Städtischen Krankenhaus zu Danzig eine Ausbildung zur Kinderkrankenschwester absolviert hatte. Anfang 1944 wurden sie ein Paar. Noch im selben Jahr verlobten sie sich und heirateten in Lores Heimatort Wintzingerode. Später entschlossen sie sich, nach Gummersbach zu ziehen. Kienbaum nahm eine Ingenieurstelle bei der Papierfabrik Zander an, überlegte jedoch schon damals, sich selbstständig zu machen. (Quelle: Buch "Am Anfang war der Rat")

Kienbaum als Unternehmer

Am 15. Oktober 1945 gründete Gerhard Kienbaum im Alter von 26 Jahren die Unternehmensberatung Kienbaum - die Geburtsstunde der Unternehmensberatung in Deutschland. Gerade aus dem Krieg heimgekehrt, zog er mit Fahrrad und Schreibmaschine los. In der Anfangszeit beriet er mittelständische Unternehmen im Oberbergischen Land bei technischen und kaufmännischen Problemen und half ihnen so beim Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg. Erster Auftraggeber für Kienbaum war eine Firma aus Engelskirchen. Dort war der Heizkessel im letzten Kriegswinter durch Frost geborsten. Kienbaum analysierte die Lage und fand schnell Lösung und Fachmann - drei Tage später war die Arbeit erfolgreich abgeschlossen. "Diese Betriebe müssen flottgemacht werden und wieder den Markt beliefern; das schafft Arbeitsplätze und lindert die Not", sagte Kienbaum über seine Rolle als Berater. Schon in den 1950er und 1960er Jahren richtete Kienbaum sein Beratungsunternehmen international aus: Rund um den Globus war er in der Entwicklungshilfe tätig und zählte so schillernde Persönlichkeiten wie Aga Khan zu seinen Kunden.

Durch den Ausbau zu einer Firmengruppe für Planung, Beratung und Betriebsführung in allen Bereichen der Wirtschaft, des Verkehrs und der Agrarwirtschaft sowie der integrierten Regionalentwicklung erreichte das Unternehmen Kienbaum innerhalb von zehn Jahren eine Spitzenstellung in Deutschland. Die Unternehmensgruppe Kienbaum & Partner leitete Gerhard Kienbaum bis 1988 und blieb bis 1992 Gesellschafter und Vorsitzender des Beirats der Firma. Heute steht sein Sohn Jochen Kienbaum an der Unternehmensspitze. Außerdem war er Mitglied im Aufsichtsrat der Kali und Salz AG und gehörte 1975 bis 1986 dem Präsidium und Vorstand der deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz an. Heute ist die Kienbaum Consultants International in Deutschland Marktführer im Executive Search und im HR-Management und gehört zu den führenden Managementberatungen.

Kienbaum als Politiker

Seit 1948 Mitglied der FDP, war Kienbaum von 1952 bis 1969 Kreistagsabgeordneter im Oberbergischen Kreis und zwischen 1954 und 1969 Mitglied des nordrhein-westfälischen Landtags. Von Juli 1962 bis Dezember 1966 amtierte er als Landesminister für Wirtschaft, Mittelstand und Verkehr in der CDU-geführten Landesregierung unter Ministerpräsident Meyers. Nach dem Ausscheiden aus dem Kabinett war er von 1969 bis 1972 Mitglied des Deutschen Bundestags und dort Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft. Nach seinem Austritt aus der FDP im Zuge des gescheiterten Misstrauensvotums gegen Bundeskanzler Willy Brandt schloss er sich 1975 der CDU an.

Gerhard und Lore Kienbaum Stiftung

Zusammen mit seiner Ehefrau Lore Kienbaum gründete er 1994 die "Gerhard und Lore Kienbaum Stiftung". Die Stiftung widmet sich der Förderung des Standorts Deutschland und nimmt sich wichtiger ökonomischer und sozialer Zukunftsfragen, mit einen starken Fokus auf Bildung und Nachwuchs, an. Als Vorsitzender des Kuratoriums engagiert sich Jochen Kienbaum für die von seinem Vater gegründete Stiftung. Zu den Themen Globalisierung, Internationalisierung und Mittelstand veranstaltet sie Kongresse und gibt Bücher heraus.

Autobiografie

Die Autobiografie "Am Anfang war der Rat" beschreibt die Lebensgeschichte Gerhard Kienbaums. Das Buch gibt Einblicke in das Leben des erfolgreichen Unternehmers und Politikers. Die Erstauflage erschien im Jahr 1995 im Ullstein Verlag und ist momentan vergriffen. Eine Neuauflage erscheint im Sommer/Herbst 2008.