Wahlperioden durchlaufen

eine Wahlperiode

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Rang

975

Dauer Mitgliedschaft

13 Jahre, 42 Tage

Alter beim Eintritt

57

Bekommen

Externe Verweise

Wikipedia

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RANG

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Letzte Aktualisierung dieser Seite

02. November 2008

Eintrag aus der Deutschen Wikipedia

Hierbei handelt es sich um einen Auszug, abgerufen im September 2008. Die Inhalte können heute schon anders aussehen.

Wenzel Jaksch (* 25. September 1896 in Langstrobnitz, Böhmen, † 27. November 1966 in Wiesbaden) war ein sudetendeutscher sozialdemokratischer Politiker.

Leben und Beruf

Als 14-jähriger verließ Jaksch die Schule und arbeitete als Saisonarbeiter auf dem Bau in Wien. Eine höhere Schulbildung blieb ihm versagt. Im heutigen Wiener Bezirk Ottakring erlernte er ab 1910 das Maurerhandwerk und schloss sich dem Verband jugendlicher Arbeiter an. Im Ersten Weltkrieg wurde er schwer verwundet. Anschließend arbeitete er als Journalist für die deutsche Sozialdemokratie in der Tschechoslowakei. Er war Redakteur der in Prag erscheinenden Zeitung der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik (DSAP) ("Sozialdemokrat"). Im Jahre 1924 wurde Jaksch in den Parteivorstand der DSAP gewählt, 1938 wurde er deren letzter Parteivorsitzender.

Nach dem Einmarsch des nationalsozialistischen Deutschland in seine Heimat musste er als Sozialdemokrat emigrieren und ging zuerst nach Polen, nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges nach London, wo er zur sozialdemokratischen Treuegemeinschaft gehörte. Er vertrat hier ab 1939 die Interessen der Sudetendeutschen gegenüber der tschechoslowakischen Exilregierung. In London traf er wiederholt mit Edvard Beneš zusammen, erstmals am 3. August 1939 und versuchte den bereits erkennbaren Bestrebungen entgegenzuwirken, die deutschstämmige Bevölkerung nach dem Krieg aus der Tschechoslowakei zu vertreiben. Dies mißlang und führte bereits während des Krieges zu einem Zerwürfnis der beiden Politiker.

Nach dem Krieg ging Jaksch aus dem britischen Exil nach Westdeutschland. Von 1950 bis 1953 leitete er in Hessen das Landesamt für Vertriebene, Flüchtlinge und Evakuierte. Von 1964 bis zu seinem Tode war er Präsident des Bundes der Vertriebenen, nachdem er bereits seit 1961 Vizepräsident der Sudetendeutschen Landsmannschaft gewesen war. Er war neben Reinhold Rehs, der später zur CDU übertrat, der bisher einzige Sozialdemokrat in diesem Amt. Sein politisches Wirken in der Bundesrepublik Deutschland war geprägt von seinem Engagement für die Heimatvertriebenen. Außerdem war er Präsident der Deutschen Stiftung für Europäische Friedensfragen.

Am 27. November 1966 kam er bei einem Verkehrsunfall ums Leben.

Die sozialdemokratische Seliger-Gemeinde gedachte ihres Gründungsmitglieds am 16. September 2006 mit der Wenzel-Jaksch-Gedächtnisfeier im Sudetendeutschen Haus in München.

Partei

1913 schloss Jaksch sich der österreichischen SDAP an. Nach 1918 gehörte er der Deutschen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (DSAP) in der Tschechoslowakei an. Vor 1933 gelang es ihm, einen Großteil der Sudetendeutschen gegen die Sudetendeutsche Heimatfront von Konrad Henlein einzunehmen. Bekannt wurde er dort vor allem wegen seiner Opposition gegen Adolf Hitler in den 1930er Jahren. Im März 1938 wurde er als Nachfolger von Ludwig Czech Vorsitzender der DSAP.

Nach dem zweiten Weltkrieg schloss Jaksch sich der SPD an und übernahm 1949 deren zentrale Flüchtlingsbetreuung. Im Bundestagswahlkampf 1961 gehörte er zur SPD-Regierungsmannschaft, die Erich Ollenhauer am 25. November 1960 in Hannover für den Fall einer Regierungsübernahme vorgestellt hatte. Er war als Bundesvertriebenenminister vorgesehen.

Jaksch leitete von 1951 bis zu seinem Tode außerdem die Seliger-Gemeinde (Gesinnungsgemeinschaft sudetendeutscher Sozialdemokraten), das sozialdemokratische Gegenstück zur katholisch-konservativen Ackermann-Gemeinde.

Abgeordneter

Von 1929 bis 1939 war Jaksch Abgeordneter im tschechoslowakischen Parlament. Von 1953 bis zu seinem Tode war er Mitglied des Deutschen Bundestages.

Ehrungen

Jaksch war Träger des Großkreuzes mit Stern des Bundesverdienstkreuzes und der Ehrenplakette des Bundes der Vertriebenen. Er wurde außerdem mit dem Ehrenbrief der Sudetendeutschen Landsmannschaft und der Rudolf Lodgmann-Plakette ausgezeichnet.

Nach Jaksch ist der Wenzel-Jaksch-Preis der Seliger-Gemeinde (Gesinnungsgemeinschaft sudetendeutscher Sozialdemokraten) benannt.

Zu Ehren seiner Person sind Straßen in Wiesbaden (in der er selbst gewohnt hat), Nauheim und Bad Vilbel nach ihm benannt worden.

Im österreichischen Ottakring (heute der 16. Wiener Gemeindebezirk) erinnert eine Gedenktafel in der Lindauergasse 34-36 an den großen Sozialdemokraten.

Veröffentlichungen von Wenzel Jaksch